Pfirsiche treffen Rosmarin {Ein Törtchen voller Urlaubserinnerungen}

Pfirsiche und Rosmarin in einem sommerlichen Törtchen vereint.

Pfirsiche und Rosmarin in einem sommerlichen Törtchen vereint.

Endlich Wochenende! Endlich wieder Zeit für ein Törtchen. Das erste Wochenende nach einem Urlaub ist für mich immer ganz besonders. Die Urlaubsstimmung ist noch da, auch wenn der Alltag mich längst wieder in seinem Bann hält. Mein Törtchen soll also etwas von meiner Urlaubstimmung aufgreifen und rasch zubereitet sein, denn die Lieben beanspruchen heute auch noch Zeit von mir.

Curden! - das habe ich mir schon soooo lange vorgenommen und nun ist der richtige Zeitpunkt. Ich entschwinde also rasch in meine „Backstube“ und werde mit einer Pfirsich-Meringue-Tarte mit Rosmarin zurückkommen. Ja, ganz richtig, eine Kombination von weißen aromatischen Pfirsichen mit Rosmarin. Ihr werdet sehen, eine wunderbare Liaison :-)

Zutaten

  • 3-4 Stiele Rosmarin
  • 2-3 Tl feiner Kandiszucker
  • 180g Mehl
  • 40g Puderzucker
  • 1 Eigelb
  • 100g kalte Butter (ich verwende meist Joghurtbutter)
  • 1 Prise Salz
  • ca. 500g Pfirsiche ungeputzt gewogen (Alternativ lassen sich auch wunderbar Aprikosen verarbeiten, die Früchte sollten vor allem reif und sehr aromatisch sein)
  • Saft einer Limette
  • 2 schwach gehäufte TL Speisestärke
  • 1 Schnapsglas Pfirsich-Likör
  • 4 Eier
  • 120g Butter (für den Curd keine Joghurtbutter verwenden)
  • 80g feiner Zucker
Jetzt schon ein Stückchen....das wäre toll! Aber ich muss mich noch ein wenig gedulden.

Jetzt schon ein Stückchen....das wäre toll! Aber ich muss mich noch ein wenig gedulden.

Zubereitung

Das Rezept ist für eine Tarte-Form mit 24cm Durchmesser berechnet. Zuerst bereite ich den Rosmarin vor, der dem Mürbeteig und der Meringue sein besonderes Aroma verleihen soll. Dazu wasche ich drei Zweige frischen Rosmarin, entferne die Nadeln und hacke diese mit einem scharfen Küchenmesser in kleine Stücke. Den gehackten Rosmarin gebe ich zusammen mit dem Kandiszucker in einen Mörser und mahle alles zu einer möglichst feinen Masse. Dadurch setzt der Rosmarin sein volles Aroma frei. Die Rosmarinnadeln verlieren nicht vollständig ihre Struktur, das stört bei der weiteren Verarbeitung aber nicht. Solltet ihr keinen Mörser haben, kann man auch fertig gemahlen Rosmarin kaufen und diesen verwenden.

Rosmarinzucker und Mürbeteig - Schritt für Schritt zur Tarte

Rosmarinzucker und Mürbeteig - Schritt für Schritt zur Tarte

Nun geht es mit dem Teig weiter. Diesen bereite ich aus Mehl, Zucker, Salz, der kalten Butter und dem Eigelb zu. Alle Zutaten gemeinsam mit 1-1,5 TL der Rosmarin-Kandis-Mischung in eine Schüssel oder auf die Arbeitsfläche geben und rasch mit den Händen verkneten. Anschließend gönne ich dem Teig eine Pause im Kühlschrank. 30 Minuten sollten es schon sein.

Die Wartezeit nutze ich, um die Tarte-Form vorzubereiten. Dazu schneide ich ein Stück Backpapier in der Größe des Bodens aus und befestige es mit etwas Fett. Dann verrutscht das Backpapier nicht, wenn später der Teig in die Form kommt.

Nun geht es an‘s „Curden“ … es ist wirklich eine Premiere und ich bin schrecklich aufgeregt. :-)

Die Pfirsiche waschen, putzen und von ihrem Stein befreien. Die grob zerteilten Früchte kommen mit etwas Wasser in einen Topf. Nur der Boden vom Topf sollte gerade eben mit Wasser bedeckt sein. Deckel drauf und auf dem Herd kurz aufkochen lassen. Die Früchte so lange bei reduzierter Hitzezufuhr dünsten, bin sie weich sind und mit einem Pürierstab zu einem feinen Mus verarbeitet werden können. Bevor der Pürierstab zum Einsatz kommt, lasse ich die Pfirsiche aber etwas abkühlen und trenne schon mal die vier Eier. Das Eiweiß darf noch einmal zurück in den Kühlschrank.

Vorbereitungen für den Curd und die Tarte kurz vor ihrem Besuch im Backofen.

Vorbereitungen für den Curd und die Tarte kurz vor ihrem Besuch im Backofen.

Nun wird der Backofen auf 200°C Umluft vorgeheizt um den Mürbeteig vor- bzw. blind zu backen. Dazu hole ich den Teig aus dem Kühlschrank, teile ihn in zwei Teile (etwa 1/3 und 2/3 große Stücke) und rolle den kleineren Teil mit Hilfe eines Nudelholzes und etwas Mehl einige Millimeter dünn aus. Den Boden der Tarteform damit auslegen. Aus dem verbleibenden Teig forme ich eine fingerdicke Rolle und mache daraus den Rand der Tarte. Es schaut recht hübsch aus, wenn man den Rand mit einer Gabel etwas dekoriert. Den Teig dann noch mehrmals mit einer Gabel einstechen und obendrauf mit Backpapier auslegen. Das Backpapier wird mit getrockneten Hülsenfrüchten (ich nehme dafür gerne Linsen) zum Blindbacken beschwert.

Die Tarte kommt nun für ca. 10-15 Minuten auf mittlerer Schiene in den Backofen. Danach entferne ich die Hülsenfrüchte und das Backpapier und stelle die Tarte nochmals für 6-8 Minuten in den Backofen, so dass der Teig goldbraun wird. Anschließend aus dem Ofen holen und etwas auskühlen lassen. Die Temperatur im Backofen auf 150°C Umluft reduzieren. 

Alles, was es für den Curd braucht...

Alles, was es für den Curd braucht...

Während der Boden vorgebacken wird, widme ich mich wieder dem Curd. Vom Pfirsichpüree messe ich 250ml ab, gebe den Saft der Limette hinzu und vermische den Likör mit der Speisestärke. Dann gebe ich alles zusammen mit der Butter in einen Kochtopf. Nun werden vorsichtig nach und nach die Eigelb untergerührt und die Masse wird unter ständigem (sehr wichtig!!) rühren erwärmt bis sie leicht eindickt und schön cremig ist. Das kann einige Minuten dauern. Die Temperatur sollte während der gesamten Prozedur maximal auf mittlere Hitze eingestellt sein. Wenn Aprikosen verwendet werden, ggf. das Mark einer Vanilleschote hinzugeben und das Püree mit Zucker (dazu eignet sich Agavendicksaft sehr gut) abschmecken. Die Masse ggf. durch ein feines Sieb passieren, auf den Boden geben und im Backofen für ca. 15 Minuten backen. Vollständig auskühlen lassen und für mindestens 2 Stunden kühl stellen.

Pfirsich-Meringue-Tarte mit Rosmarin

Pfirsich-Meringue-Tarte mit Rosmarin

Kurz bevor die zwei Stunden um sind, die Tarte, für maximal eine viertel Stunde, in den Gefrierschrank geben. Das hilft dabei die Creme schnittfest zu halten, auch wenn die Tarte gleich zum Bräunen der Meringue (Baiser) unter den Backofengrill kommt. Das Eiweiß aus dem Kühlschrank nehmen und mit einer Küchenmaschine oder einem Handmixer zu Schnee schlagen. Das dauert sicherlich 10 Minuten. Sobald die Masse weiß wird und deutlich an Volumen gewinnt, gebe ich den Zucker und die restliche Rosmarin-Kandis-Mischung nach und nach hinzu.

Den Grill vom Backofen anschalten. Nun die Tarte aus der Form holen und auf eine Feuerfeste (!!) Tortenplatte oder ein Backblech stellen. Den Eischnee mit Hilfe eines Spritzbeutels oder mit einem Löffel wolkenförmig in der Mitte der Tarte platzieren. Mit dem Backofengrill kurz und kräftig bräunen lassen. Der Eischnee sollte allerdings nur an den Spitzen Farbe nehmen. Um das Ergebnis zu optimieren kann man mit einem kleinen Flambiergerät nacharbeiten.

Ein Blick ins Herz der Tarte :-)

Ein Blick ins Herz der Tarte :-)

Nun ist die Tarte fertig und kann serviert werden. Ich hoffe, das Rezept gefällt euch und wünsche viel Erfolg beim Nachbacken. Habt eine gute (Kuchen-)Zeit!